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[Rezension] Christoph Ransmayr – Cox

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Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe :27.10.2016

Verlag : S. FISCHER

ISBN: 9783100829511

Fester Einband 304 Seiten

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schnörkel

Ich liebe die asiatische Kultur, ich liebe alles, was sich mit der Tradition, dem Glauben und dem Leben auf diesem Kontinent beschäftigt. Kein Wunder also, dass dieses Buch seinen Weg zu mir gefunden hat.

Inhalt

Der Inhalt ist schnell zusammengefasst. Der Uhrmacher Alister Cox und vier seiner Gehilfen aus England werden vom Kaiser von China in sein Reich gerufen, beautragt, die unterschiedlichen Läufe der Zeit darzustellen.

 Wie verläuft die Zeit für ein Kind? Wie für einen zum Tode Verurteilten?

Während ihrer Arbeit werden sie immer wieder unterbrochen; der Kaiser, der Herr über zehntausend Jahre, wünscht etwas anderes. Schlussendlich sollen sie eine Uhr bauen, die die Unendlichkeit anzeigt, die, einmal in Gang gesetzt, nie wieder stillsteht, bis ans Ende aller Tage.
Überschattet wird die Geschichte von den Erinnerungen an den  tragischen Verlust Cox‘ in England, der seine geliebte Tochter verlor und seine Frau verstummen ließ.

Was dieses Buch ausmacht, ist nicht allein die Geschichte, die es erzählt, sondern wie sie erzählt wird.

Rezension

Ich habe dieses Buch wirklich sehr genossen, der Stil des Autors ist brillant.
Das Buch kommt fast gänzlich ohne die wörtliche Rede aus, fast alles erfährt man durch einen allwissenden Erzähler. Die Geschichte an sich ist faszinierend, werden wir doch tief in das Reich der Mitte gezogen und erleben mit den Uhrmachern aus England ein völlig unbekanntes Land mit seinen Sitten, Gebräuchen, Traditionen und vor allem Geboten und Verboten.
Sei es Beijing, die Verbotenen Stadt, Hauptsitz des Reiches, in der unsichtbare Trennwege und Linien vorschreiben, wo man zu gehen hat; oder sei es in Jehol, in der Sommerresidenz des Kaisers, in der es weder Richter noch Anklagen gibt, in der das Verbrechen kein Recht hat zu existieren.
Die Zeit selbst scheint in dieser Geschichte immer wieder ihren Lauf zu unterbrechen, sich zu verändern. Man gerät in einen Sog, aus dem man nur schwerlich wieder herauskommt, wenn man sich einmal auf den Stil des Buches eingelassen hat.

Es ist eines der ruhigen Bücher, ruhig auch dann, wenn es von brutalen Strafen erzählt, aber in keiner Weise flach oder gar langweilig. Fasziniert habe ich von Anfang bis Ende die Geschichte verfolgt. Wird die Uhr fertiggestellt werden, die sich über den Herrscher der Zeit, über den Kaiser erhebt? Und wie wird der Kaiser mit eben Jenen verfahren, die sich, um diese Uhr zu bauen, ja wohl auch über ihn erheben? Das Ende an sich hält auch noch eine kleine Überraschung bereit.

Fazit

Für mich ein perfektes Buch, dass durch seine sprachliche Gewandtheit besticht und mir ein paar sehr schöne Lesestunden beschert hat.
Bewertung: 5 /5 Sterne ★★★★★
schnörkel
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3 Kommentare zu „[Rezension] Christoph Ransmayr – Cox

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