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[Rezension] Emily St. John Mandel – Das Licht der letzten Tage

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Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe :14.09.2015

Verlag : Piper

ISBN: 9783492060226

Flexibler Einband 416 Seiten

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sterne5

schnörkel
Eine Geschichte so erschreckend, mit einer Sprache so wunderschön. Das Licht der letzten Tage ist eines der besten Bücher, die ich zuletzt las.

Inhalt

Es ist das Jahr 20. Wir begleiten eine Gruppe Musiker, die fahrende Symphonie, durch eine Welt, die tot ist. Die Menschheit ist weg, ausgerottet durch eine mutierte Art der Grippe. Binnen weniger Stunden nach der Ansteckung war das Leben für 99% der Weltbevölkerung vorbei.

Die fahrende Symphonie fährt seit Jahren an der amerikanischen Küste entlang, besucht versprengte Dörfer und Städtchen, in denen die Überlebenden sich zusammengerottet haben. Doch auch in diesen schwierigen Zeiten erheben sich Menschen über Menschen, wollen sie kontrollieren und ihrem Willen unterwerfen.

So wie der Prophet, Anführer einer Sekte, dessen Weg die fahrende Symphonie kreuzt und sie so nah an den menschlichen Abgrund bringt.

Die Geschichte enthält viele einzelne Fäden, Gegenwart und Vergangenheit, vor der Grippewelle, die erst nach und nach zueinander führen und am Ende zu einem festen Strick werden, der die Geschichte umfasst.

Es handelt von Miranda, eine Künstlerin, die während der Geschichte eine Graphic Novel entwirft, die dem Buch auch seinen Titel verlieh.

Warum? Das müsst ihr selbst lesen. Doch sei verraten, die Graphic Novel hält alles zusammen.

Es handelt auch von Elizabeth Colton und ihrem Sohn Tyler, eines der wenigen Kinder, die die Katastrophe überlebten, von Clark, von Kirsten und Sayid, von so vielen, die es nicht schafften, der Krankheit zu entkommen. Und immer wieder Arthur Leander, ein Schauspieler. Er ist Dreh- und Angelpunkt so vieler Geschichten, so vieler Leben, bewusst und unbewusst.

Es handelt von Liebe und Betrug, vom Glauben an Gott, dem Glauben an das Gute im Menschen, an das Schöne auf der Welt, an die Menschheit an sich.

Rezension

Im ersten Moment wirkt es etwas ungeordnet, Gegenwart und Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Vor der Grippe, nach der Grippe. Aber das Buch entwickelt sich, alle Geschichten führen zueinander, früher oder später, aber alle Fäden, die die Autorin aufdröselt, führt sie am Ende auch wieder sinnvoll zusammen.

Die Sprache ist schön, bildlich, leicht verständlich und doch an manchen Stellen sehr poetisch.

Die Geschichte zeigt ein Szenario, welches durchaus real sein kann. Wir kennen alle die Auswirkungen der Pest, der spanischen Grippe etc. Heutzutage könnten sich Epidemien noch schneller zu Pandemien entwickeln. Wie schnell die Menschheit ausgelöscht werden könnte, zeigt dieses Buch eindrucksvoll. Schritt für Schritt erlöscht alles menschliche, alle Errungenschaften der Menschheit. Nur Wenige überleben und müssen sich von nun an einem Leben voller Entbehrungen stellen. Eine der Protagonistinnen stellt sich die Frage, ob es besser ist sich zu erinnern – oder nicht. Ist es besser, in einer Welt aufgewachsen zu sein, die alles hatte und nun bei Null anfängt? Oder ist es besser, kein anderes Leben zu kennen und nicht zu wissen, wie viel verloren ging?

Auch, dass sich die wenigen Menschen nach wie vor bekämpfen, ist erschreckend und doch so real. Ich fürchte, sollte es irgendwann so kommen, würde die Menschheit genau so reagieren. Einer gönnt dem anderen nichts, es gibt immer welche, die sich über andere erheben wollen. Das Buch regt hierbei gut zum Nachdenken an.

Das Ende ist sehr positiv gestimmt, die Menschheit hat den Glauben an sich selbst noch nicht aufgegeben. Es kann wieder besser werden, und das fand ich besonders schön.

Fazit

Wirklich eins der schönsten Bücher in den letzten Monaten – ganz klare Leseempfehlung.
Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★
schnörkel
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Ein Kommentar zu „[Rezension] Emily St. John Mandel – Das Licht der letzten Tage

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