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Montagsfragen #1

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Diese Woche möchte ich mich gerne an der Montagsfrage von Buchfresserchen beteiligen. 🙂

Heute lautet die Frage:

Gibt es ein Buch, das dich positiv überrascht hat, von dem du es nie erwartet hättest?

Das ist gar nicht mal so leicht zu beantworten. Während ich dieser Frage gedanklich nachgehangen habe, musste fast ein Liter Kaffee dran glauben. Eigentlich habe ich ein gutes Händchen was Bücher anbelangt. Die Bücher, die ich für lesenswert halte, sind es – für mich zumindest – in der Regel auch. Deswegen lasse ich auch die Finger von Büchern, die mich nicht von Anfang an anspringen.

Aber drehen wir die Zeit mal etwas zurück. Ja, noch etwas mehr. Damals. Zu Schulzeiten. Da mussten wir – für mein jugendliches Hirn – solch anspruchsvolle Bücher lesen wie Effi Briest von Theodor Fontane. Die Sprache, das Gehabe, alles daran hat mich zutiefst gelangweilt (ich fürchte, ich habe es nicht mal zu Ende gelesen, Asche auf mein Haupt).

img_20170227_103526_107Ein paar Jahre später habe ich den Film E-Mail für dich (mit Meg Ryan und Tom Hanks, beide Buchhändler!) als meinen absoluten Lieblingsfilm auserkoren. Wer ihn nicht kennt, schaut ihn euch an, er ist so schön! Jedenfalls, um zum Punkt zu kommen, Kathleen Kelly schwärmt in diesem Film von Jane Austens Stolz und Vorurteil. Und weil ich mich immer ein wenig in Kathleens Rolle gesehen habe, wollte ich unbedingt wissen, was sie da liest. Von meiner Mutter wurde mir – und hier ist der große Bogen zurück – gesagt, dass es mir möglicherweise nicht gefallen wird, weil es sprachlich in die Ecke Effi Briest gehört, was, wie wir weiter oben besprochen haben, gar nicht mein Fall war. Irgendwie empfand ich das aber auch als Herausforderung. Jedenfalls bin ich an Stolz und Vorurteil mit gemischten Gefühlen herangegangen.

Aber es hatte mich ab Seite 1. Ich liebe es. Ich liebe es so abgöttisch, dass kein Jahr vergeht, in dem ich nicht einmal zu diesem Buch greife – oder einem der anderen Bücher von Jane Austen. Wer es nicht kennt, so sei kurz verraten: Es geht um die Familie Bennett. Um Mary und Elisabeth. Es geht um Mr. Darcy (im Ernst: wie könnte man nicht von ihm gehört haben?) und die Frage, ob man zu stolz sein kann für eine ungleiche Liebe, und ob man seine Vorurteile gegenüber einem Menschen ablegen kann, wenn man ihn besser kennenlernt. Ganz Jane Austen wird hier die damalige Gesellschaft vorgeführt, überspitzt werden die einzelnen Charaktere gezeichnet. Wenn ich noch weiter erzähle, wird das nächste Buch wieder Stolz und Vorurteil sein. Oder vielleicht sollte ich Effi Briest doch noch einmal eine Chance geben?

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16 Kommentare zu „Montagsfragen #1

  1. Huhu 🙂

    Ich muss gestehen, ich kann mich dieser leidenschaftlichen Begeisterung für „Stolz und Vorurteil“ nicht komplett anschließen. Ich fand es gut, aber mehr auch nicht. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich nicht geschaffen für diese Art von Liebesgeschichten.

    Viele liebe Grüße,
    Elli

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      1. Keine Angst, das hatte ich schon verstanden- Dir fehlt quasi nur dieser Schwärm-Aspekt. 😀

        Ich glaube ja, dass viele (nein, nicht alle) Frauen auf den Typ Mann stehen, den man erst einmal knacken muss. Man kennt das ja, wie viele rennen den unmöglichsten Männern hinterher. Mr. Darcy ist mit seinem Stolz und seinem merkwürdigen Verhalten auch eher jemand, der sich erst dadurch so richtig interessant macht anfangs. Nur steckt bei ihm eben doch noch mehr dahinter, im Gegensatz zu so manch anderem Mann. Vielleicht rührt also daher diese Schwärmerei für ihn 🙂

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  2. Huhu,

    jaaa, stimmt, das habe ich gar nicht mehr im Gedächtnis gehabt, dabei habe ich es erst vor etwas mehr als einem Monat gelesen. Da hatte ich auch so meine Befürchtungen vorher, eben wegen der verschwurbelten Sprache und der Tatsache, dass Klassiker oft unglaublich schwer zu lesen sind. Naja, es war auch nicht leicht zu lesen, so ist es nicht. Aber doch … angenehm. Ich fand die Sprache, obgleich unglaublich unpragmatisch, doch wirklich bezaubernd und hab es sehr genossen.

    LG
    Taaya von Let ‚em eat books

    Gefällt 1 Person

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