Allgemein · Historische Romane

[Rezension] Graham Moore – Die letzten Tage der Nacht

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Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe :16.02.2017

Verlag : Bastei Lübbe

ISBN: 9783847906247

Fester Einband 464 Seiten

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Dieses Buch ist ein Weiteres, welches Lovelybooks in seinem Literatursalon vorstellt. Ich weiß nicht, ob ich sonst darauf aufmerksam geworden wäre, aber ich bin sehr dankbar, dass es so gekommen ist.

Inhalt

New York, 1888. Der Name Thomas Edison ist in aller Munde. Der große Erfinder, der die Glühbirne erfunden haben will und nun die amerikanischen Haushalte an das neue Stromnetz anschließen wird.
Der Gegenpart: George Westinghouse. Auch er hält sich für den Erfinder der Glühbirne. Er war vielleicht nicht als Erster beim Patentamt, aber seine Glühbirnen funktionieren besser. Das allein reicht, um den größten Patentstreit Amerikas entbrennen zu lassen.

Paul Cravath, ein junger, noch unerfahrener Anwalt wird zu Westinghouse‘ Verteidiger, der alles daran setzt, seinem Mandanten den Sieg zu bescheren. Dabei muss er Wege einschlagen, die weniger ehrenhaft sind, als er dachte. Ein Netzwerk aus Intrigen, Spionen und gekauften Journalisten steht ihm gegenüber. Mit Hilfe des genialen Erfinders Nikola Tesla soll dieser Streit endgültig entschieden werden. Doch plötzlich geht es nicht mehr nur um die Erfindung der Glühbirne. Es geht um den richtigen Strom. Edison’s Gleichstrom gegen den von Tesla zum Funktionieren erdachte und von Westinghouse produzierte Wechselstrom – Wer wird gewinnen?

Meinung

Schon der Einstieg in das Buch war spektakulär. Paul Cravath wird Zeuge, wie ein Mann am lebendigen Leib verbrennt. Mitten am Tag. Weil er unglücklicherweise zwei offene Stromkabel anfasste.

Das gesamte Buch über hält Graham Moore, der eher als Drehbuchautor bekannt ist, Szenen bereit, die man sich wunderbar in einem Film vorstellen kann. Alles scheint plastisch vor einem zu erscheinen, alles hat die nötige Spannung, den Nervenkitzel, den Reiz. Wen wundert es da noch, dass dieses Buch bereits 2018 in die Kinos kommen soll?

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, wobei man weder von Edison noch von Westinghouse als einer besonders sympathischen Lichtgestalt der Wissenschaft reden kann. Beide verfolgen ihre Ziele mit Vehemenz und Nachdruck, und nicht selten überschreiten sie damit gewisse Grenzen. In diesem Rahmen erschien mir Nikola Tesla noch als der sympathischste wissenschaftliche Zeitgenosse.
Randnotiz: Sheldon Cooper aus der Serie The Big Bang Theory soll in mancherlei Hinsicht Nikola Tesla nachgebildet sein, was seine Ansichten und vorallem seine charakterlichen Eigenschaften anbetrifft.

Paul Cravath war mir durchweg sympathisch. Mit ihm bin ich gerne in New York unterwegs gewesen, auch wenn auch er nicht frei von Schuld und Tadel ist. Aber wer ist das schon? Auch er verspürt den dringenden Wunsch, sich zu beweisen und zu siegen. Auch wenn das bedeutet, sich gegen die Frau zu stellen, die er liebt oder einen Menschen in eine missliche Lage zu bringen.

Was mir aber mit Abstand am besten gefallen hat, ist die Tatsache, wie lehrreich dieses Buch ist. Natürlich ist eine gehörige Portion Fiktion dabei, aber alle größeren Ereignisse sind so oder so ähnlich passiert. Hätte man mir dieses Buch damals in der Schule in die Hand gedrückt, hätte ich in Physik vermutlich mehr aufgepasst, als abwesend in Teenie-Zeitschriften zu blättern. Mir kam es auch durchaus zugute, dass ich kaum Vorabwissen hinsichtlich des Stromkrieges hatte. Edison war mir zwar geläufig, aber das war es dann auch wieder mit dem Wissen. So war ich zumindest frei von vorzeitigem Wissen und konnte mich ganz der Geschichte hingeben. Nun, da ich das Buch beendet habe, fühle ich mich wieder ein Stück weit schlauer. Und dafür bin ich Graham Moore sehr dankbar.

Fazit

Faszinierende Verwebung von filmreifer Unterhaltung mit wissenswerten Fakten über den großen Stromkrieg. Wer sich ein wenig für Physik und Geschichte interessiert, wer gerne an der Seite eines Anwalts einem der größten Patentstreits der Welt beiwohnen will – greift bitte zu!

Bewertung: 5 / 5 Sterne ★★★★★

schnörkel

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2 Kommentare zu „[Rezension] Graham Moore – Die letzten Tage der Nacht

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