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[Rezension] Jonathan L.- Howard – Seelenfänger

Johannes CabalSeelenfaenger von Jonathan L Howard

Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe :07.09.2009

Verlag : Goldmann

ISBN: 9783442469963

Flexibler Einband 378 Seiten

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sterne4

schnörkel

Meinungen sind ja bekanntlich immer subjektiv: Einige fanden dieses Buch schlecht, ich dagegen mochte es trotz einiger Abstriche sehr. 🙂

Inhalt

Johannes Cabal, von Beruf Wissenschaftler und Nekromant, verlangt von Satan persönlich seine Seele zurück, die er ihm vor einigen Jahren verkauft hat. Natürlich gibt der Teufel nur ungern her, was er bereits besitzt.

Notgedrungen schlägt Johannes ihm eine Wette vor: 100 Seelen für Satan innerhalb eines Jahres, um seine eigene zu retten.

Mit Hilfe des „Jahrmarkts der Zwietracht“ versucht Johannes nun, Menschen dazu zu bringen, ihm durch ein auszufüllendes Formular ihre Seelen zu überschreiben. Anfangs erhält er Hilfe von seinem Bruder Horst, der selbst ein nicht mehr gänzlich menschliches Dasein fristet. Doch dann will Johannes selbst unbefleckte Seelen für seine Zwecke missbrauchen, was seinem Bruder mehr und mehr missfällt. Wird Johannes seine Wette trotzdem gewinnen und so seine Seele zurück erhalten?

Rezension

Das Buch scheint ja die Gemüter zu spalten. Es gibt einige, denen die Geschichte scheinbar so gar nicht gefallen hat. Mir dagegen hat sie sogar sehr gut gefallen.

Eigentlich seit der ersten Seite habe ich ein typisches Tim Burton Setting vor mir gesehen, verschrobene Gestalten, merkwürdige Landschaften, alles eher düster und unheimlich, und ganz besonders dieser „Jahrmarkt der Zwietracht“.
Christoph Waltz mit seinem scharfen Blick und Verstand und seiner unverkennbaren Sprache würde sich sehr gut als Johannes Cabal machen, während sein dunklerer Bruder Horst bestens in Johnny Depps Metier fallen würde. So war zumindest meine Wahrnehmung, vielleicht sollte ich Burton mal eine Nachricht zukommen lassen.

Der Schreibstil ist locker und wird durch schwarzhumorige Phrasen aufgepeppt, nicht zuletzt dank der flapsigen Dialoge.

Als Johannes aus nichts weiter als einem Knochen, etwas Haut, einem Stück Stoff, ein paar Haaren und – wenn man Glück hat – einer Portion Schmalz Menschen, oder zumindest menschenähnliche Wesen, erschaffen hat, fand ich das großartig. Auch die weiteren Ideen für den Jahrmarkt waren sehr interessant, hätten an der ein oder anderen Stelle aber vielleicht noch ausgebaut werden können.

Was mir an der Geschichte gefehlt hat, war der charakterliche Tiefgang. Man erfährt bis zur wirklich letzten Seite nicht, warum Johannes eigentlich seine Seele zurückgewinnen will, warum er Nekromant geworden ist, was ihn dazu treibt, zu tun, was er eben tut. Ebenso bei Horst Cabal. Was genau ist seine Geschichte gewesen? Da hätte eine etwas ausführlichere Zeichnung der Charaktere sicherlich gut getan. Auch hätte ich mir einige mehr Episoden gut vorstellen können, wie Cabal zu seinen Seelen gekommen ist, welche List er angewandt hat. Bis es zur Zielgeraden ging, wurden die restlichen Seelen reichlich überflogen und nur am Rand notiert. Vielleicht gerade deswegen plätscherte der mittlere Teil etwas vor sich hin, was aber nicht bedeutet, dass er langweilig gewesen wäre – er hätte nur besser sein können.

Das Ende hat einen starken Cliffhanger zum nächsten Band, den ich mir sicherlich demnächst auch zulegen werde, da mir Johannes Cabal eben doch nicht aus dem Kopf geht und ich unbedingt wissen möchte, ob er schafft, was er sich vorgenommen hat. Die Toten wieder zu beleben und zwar nicht als seelenlose Zombies, sondern als richtige Menschen.

Fazit

Eine interessante Geschichte mit einem vielversprechenden Setting, der ein wenig mehr Tiefgang nicht geschadet hätte. Trotzdem ein Lesevergnügen für alle, die es gern etwas schräger mögen.

Bewertung: 4 / 5 Sterne ★★★★

schnörkel

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2 Kommentare zu „[Rezension] Jonathan L.- Howard – Seelenfänger

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