Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve - Die Schöne und das Biest · Klassiker · Rezensionen

[Rezension] Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve – Die Schöne und das Biest

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Buchdetails

Erscheinungsdatum Erstausgabe :02.03.2017

Verlag : Coppenrath

ISBN: 9783649624745

Fester Einband: 203 Seiten

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„Ich warne dich noch einmal“, sagte das Biest,

„du darfst sie nicht täuschen, sie muss um das Opfer wissen, dass du von ihr verlangst.

Beschreibe ihr meine Gestalt, so wie sie ist.“ (S.34)

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Inhalt

Ein Mann gerät in die Fänge des verwunschenen Biestes, seine Tochter, die von allen nur die Schöne genannt wird, opfert sich für ihn, um ihn zu retten und verbringt fortan ihre Tage im Schloss des Biestes. Mit der Zeit lernen sie sich näher kennen, verlieben sich schlussendlich und der Fluch ist gebrochen. Das Biest ist ein verwunschener Prinz, die beiden heiraten und alle leben glücklich bis an ihr Lebensende.

So weit, so bekannt.

Aber wie, die Geschichte ist noch gar nicht zu Ende? Wer – wie ich vor dieser Lektüre – nur die Disneyvariante dieses Märchens kennt, dem sei gesagt: Es steckt noch so viel mehr dahinter! Eine gute Fee, eine böse Fee und vor allem: jede Menge Intrigen und Eitelkeiten.

Rezension

Man kann sich mein Erstaunen vielleicht denken, als ich feststellte, dass Disney eigentlich nur den Rahmen der Erzählung übernommen hat. Eben jene Schöne, die sich in ein Biest verliebt und einen Fluch damit bricht, der auf ihm liegt. Das Originalmärchen von Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve geht weitaus tiefer.

Nachdem das Bekannte beendet ist, wird die Vorgeschichte des Biestes erzählt. Keine Fee klopfte an sein Schloss und erbat Einlass, der ihr verweigert wurde. Nein, vielmehr wurde ihr der junge Prinz anvertraut, um ihn zu erziehen und als die Zeit reif war, verliebte  sich die Fee in ihn und wollte ihn ehelichen – zum großen Verdruss des Prinzen und seiner Mutter, der Königin. Als ihr Antrag keine Zustimmung fand, verwandelte sie den Prinzen in ein Biest. All das ist das Resultat eines noch mehr in der Vergangenheit wurzelnden Unglücks, dass sich zwischen dem Bruder der Königin und der Schwester der guten Fee ereignete. Verwirrend? Es wird noch besser!

Auch die Geschichte der Schönen ist eine völlig andere. Wie sich im weiteren Verlauf  herausstellt, ist sie gar nicht die Tochter des Kaufmanns (auch nicht die des disney’schen Wissenschaftlers), sondern … Na, wer wäre ich, wenn ich euch das verraten würde? Richtig. Ein Unmensch.

Die Hintergründe der beiden, so viel sei verraten, sind dicht miteinander verwoben durch Intrigen und Flüche, durch Hoffnungen und Träume. Diese Liebe der Beiden ist weniger spontan entstanden als von langer Hand geplant. Vielleicht bin ich zu romantisch, aber dieses Konstrukt der großen Liebe, so wahrhaftig sie dann auch sein möge, hat mir meine verklärte rosarote Brille genommen. Auch fand ich die Betonung auf den Superlativen der „am Schönsten“, „am Klügsten“ und „am Tugendhaftesten“ hinlänglich enervierend mit der Zeit. Sei’s drum, es ist ein Märchen und dazu gehört nun einmal, dass die Kinder der Königshäuser in höchsten Tönen geschildert werden.

Nun aber zum für mich wichtigsten Aspekt: Die Gestaltung des Buches. Die neue Ausgabe aus dem Coppenrath Verlag ist bildschön! Mit sehr viel Liebe zum Detail, Papierkunst und wunderschönen Illustrationen im Stile der großen Märchenbücher von früher ist dieses Buch ein wahres Highlight im Bücherschrank. Man kann Dinge entfalten, man kann an Scheiben drehen und Geheimnisse entdecken, man kann etwas auf- und wieder zuklappen – kurzum: Man kann sich neben dem Text unglaublich gut unterhalten.

Fazit

Das Märchen hat viel mehr Tiefe und birgt mehr Geheimnisse in der Vergangenheit der beiden Protagonisten, als man vermutlich bisher kannte. Ein Genuss für jeden Märchenfreund, für jeden, der ein kleines Stück Kulturgut für sich haben möchte. In dieser großartigen Aufmachung ein absolutes Schmankerl. Etwas schnörkelig geschrieben, aber dafür ist’s schließlich ein Märchen geworden.

Randinformation

Im Coppenrath Verlag gibt es in ähnlicher Form bereits Peter Pan zu bestaunen und bald auch Das Dschungelbuch.

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Ich wusste nicht, wie sehr ich dich liebe, bis die Sorge um dich mir bewies, dass stärkere Bande als Dankbarkeit mich mit dir verbinden. (S. 105)

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6 Kommentare zu „[Rezension] Gabrielle-Suzanne Barbot de Villeneuve – Die Schöne und das Biest

    1. Huhu! 🙂
      Das freut mich sehr und kann ich auch bestens nachvollziehen! Es ist traumhaft. Auch die weiteren Ausgaben aus dem Coppenrath-Verlag wie Peter pan und Das Dschungelbuch sind ein Traum! ♥

      Liebe Grüße zurück!
      Gabriela

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