Gedanken

Beflügelnde Klänge

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Für mich hat jedes Buch einen eigenen Rhythmus. Da gibt es die leisen Bücher, die dem Klang einer Violine ähneln. Die sich bedächtig im Hintergrund halten, die nur hin und wieder einen lauten Ton wagen. Es gibt diese Bücher, die einem Trommel-Solo gleichen. Es scheppert und kracht, es raubt einem den Atem und lässt einen nicht klar denken. Und es gibt die Bücher, die ein ganzes Orchester beherbergen. Sie fangen leise an und schrauben sich immer höher bis zum großen Finale, in dem jedes Instrument die Melodie aufgreift.

Musikalische Untermalung

Und dann gibt es diese Bücher, in denen Musik namentlich genannt wird, die die Geschichte begleitet wie einen roten Faden. Immer wenn ich die Möglichkeit dazu habe, stelle ich meine Hintergrundmusik auf genau diese Musik ein. Bei Flavia de Luce läuft bei mir vorrangig Klassik im Hintergrund, lauscht die Familie doch allwöchentlich einem Konzert – wenn auch mehr oder weniger vom Vater erzwungen.

Bei dem zweiten Band von Ben Aaronovitchs Reihe rund um Constable Peter Grant war Jazz ein Hauptthema. Obwohl ich Jazz nicht gerade als meine favorisierte Musikrichtung bezeichne, lief die gesamte Zeit über eine Playlist mit Titeln aus diesem Genre. Und es passte hervorragend zum Schwung der Geschichte. Hat sie unterstützt. Hat mich die Geschichte noch mehr erleben lassen.

Auch Bücher aus anderen Kulturen oder Länder regen meinen Musikgeschmack sehr an. Als ich mit dem Uhrenmacher Cox durch Japan wandelte, erklangen leise japanische Laute aus meinen Lautsprechern, so dass ich mich fühlte, als wäre ich selbst im Land der aufgehenden Sonne.

Und dann gibt es Bücher, bei denen ich die Musik ausstellen muss, weil jeder Laut ein Laut zu viel wäre. Weil er den Zauber der Geschichte zerstören würde.

Braucht ihr Musik zum Lesen? Oder ist euch die Zeit, in der ihr lest, so heilig, dass ihr auf jegliche Ablenkung aus dem Hintergrund verzichtet?

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21 Kommentare zu „Beflügelnde Klänge

  1. Ich bin ein hochgradiger Musikfetischist, dennoch habe ich es beim Lesen lieber ein wenig ruhig. Ich schweife sonst zu sehr in die Musik ab und das Buch verliert (zu Unrecht) meine Aufmerksamkeit…
    Es gibt sicher Bücher, die durch ihren Plot eine bestimmte Musikszenerie kreieren. Das hast du sehr schön aufgezeigt. Dennoch trenne ich Sahnebücher und Sahneplatten lieber, um jedem die verdiente Aufmerksamkeit zu geben… 😊

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    1. Ich merke aber auch, dass ich mit der Zeit pingeliger werde. Früher konnte die Musik nicht laut genug sein, ich konnte trotzdem hochkonzentriert lesen – mittlerweile ist die Hintergrundbeschallung doch eher geregelt, wenn sie denn stattfindet.

      Sahnebücher und Sahneplatten – schön! 😀

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  2. Hallo liebes,
    Du hast dies so so schön geschrieben, ich musste es einfach auf Twitter teilen ❤
    Ich finde es schön wie du Musik mit in deine Bücher mit einbeziehst.
    Früher habe ich oft Musik leise angemacht. Heute achte ich (leider!) nicht mehr gross auf Hintergrundgeräusche.
    Aber ich werde wohl mal für mein nächstes Buch wieder gute Musik aussuchen!
    Wünsche dir einen tollen Tag ❤

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  3. Auch hier nochmal ganz lieben Dank 🙂 ❤
    Wenn du nicht mehr auf Hintergrundgeräusche achtest, hat dafür natürlich den großartigen Vorteil, völlig ungestört in Bus und Bahn lesen zu können. 🙂

    Hab du auch einen wunderbaren Tag! ♥

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      1. Ach, na ja, von Explosionen bis hin zu Vogelgezwitscher alles mögliche. Wenn ich richtig vertieft bin, ist das aufhören jedes Mal wie auftauchen. Huch? Ach ja, hallo Realität. 😂

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  4. Ich lese auch im Stillen 😀
    Sonst konzentriere ich mich so auf die Musik und weniger auf die Geschichte. Wobei ich manchmal Hans Zimmer leise im Hintergrund höre. Aber das passt halt nicht zu allen Werken.
    Wenn ich darf, verlink ich dich in meinen Wochenrückblick? 🙂
    VG Jennifer

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  5. Dein Beitrag ist toll! 🙂 Du hast mich inspiriert, demnächst Musik mehr inhaltlich bezugnehmend auszuwählen – siehe Cox 😉 Bisher hab ich hauptsächlich meinen persönlichen Geschmack bedient…. Zeit für neue Sachen 🙂

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