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[Rezension] Bettina Gundermann – Lysander

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Erscheinungsdatum Erstausgabe: 01.02.2005  Verlag : Schöffling

ISBN: 9783895613609   Fester Einband 151 Seiten   Genre: Roman

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Wenn Lysander so sehr geschwächt ist von der Hässlichkeit seines Lebens, dann gelingt es ihm nicht, an einen Gewinn zu denken. An einen Freund zu glauben. Wenn eines der Kinder sagt, Lysander, Lysander!, bald zünde ich dich an! Wirst du dann noch hässlicher? Wenn ein neuer Mann eingestellt wird oder eine neue Frau und wenn sie Lysander das erste Mal sehen und sofort auf den Boden schauen, eine Hand vor den Mund schlagen, ein Reflex bloß. Lysander gewöhnt sich nicht an die Hässlichkeit seines Lebens; an manchen Tagen, wenn er den Gewinn vergisst, schlägt er mit Fäusten auf sein Spielbild ein.

(S.28)

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Inhalt

Lysander lebt, doch wäre er lieber tot. Seine Mutter wollte ihn nicht, zündete ihn mitten im Wald an, doch er überlebte, tief entstellt, physisch und vor allem auch psychisch. Im Waisenhaus ist er der Außenseiter unter den Außenseitern, der Ungeliebteste unter den Ungeliebten. Er wird schikaniert, er zieht sich in sich zurück, hört eine Melodie in seinem Kopf, summt.

Eines Tages lernt er Riccardo kennen, einen ebenfalls seelisch entstellten Menschen, und die beiden werden zu Freunden.

Doch die Zeit spielt gegen sie, Erwachsen werden bedeutet auch neue Wege zu gehen, und alte Freunde zu verlieren. Etwas, womit nicht jeder zurecht kommt.

Rezension

Lysander ist ein eigenwilliges Buch. Auf nur 150 Seiten wird ein schreckliches Leben voll seelischer Qualen dargestellt, eindringlich, Stakkato.

Lysander, der entstellte Junge mit der großen musikalischen Gabe, die keiner kennt und keiner schätzt – bis er Riccardo kennenlernt. Ein Leben aus Depressionen, Selbstverletzung, Zwängen. Doch Riccardo findet ein Ventil, lehrt Lysander, was es heißt, Vorfreude zu empfinden, zeigt ihm einen Weg, seine Musik nach draußen zu tragen, verrät ihn.

Eine Freundschaft, so zerbrechlich wie Lysanders Seele, eine unerwiderte Liebe, ein Verlangen nach Menschlichkeit und nach dem Mädchen, das dem einzigen Freund gehört.

Lysander, Riccardo und Kira. Ein Dreieck aus traurigen Seelen, die die Abgründe der Menschlichkeit kennenlernen mussten. Drei Menschen, die nach einem Ausweg suchen, die immer wieder vom Leben enttäuscht werden.

Fazit

Ein Buch, das wahrlich unter die Haut geht. Eindringlich, berührend, anders. Womöglich nicht für jeden Leser geeignet, aber derjenige, der sich diesem Buch öffnet, bekommt eine grauenhafte Geschichte, Schmerz und Leid und doch eine Geschichte, die man lange nicht vergessen wird.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5 / 5 )

Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4.8 ★★★★★

schnörkel

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4 Kommentare zu „[Rezension] Bettina Gundermann – Lysander

  1. Hi Liebes, ich musste gerade heftig schlucken, als ich den Inhalt las. Das klingt furchtbar! 😦 Wäre für mich wohl zu viel, denn ich bin da sehr empfindlich und nah am Wasser gebaut! Aber schön hast du die Geschichte gelesen – finde ich mutig und bewundernswert!

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Herzchen 🙂
      Ja, das Buch ist .. äh … nichts für schwächere Nerven, vermutlich. Ich glaube, man kann durchhalten, weil der Stil etwas eigenwillig ist. Mittendrin und doch mit Distanz betrachtet. Schwer zu beschreiben, aber ein besonderes Buch.

      Gefällt 1 Person

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